Im heiligen Schoß des ländlichen Raums

Nachdem wir einen Monat lang durch städtische Zentren gewandert sind, beschließen wir, uns auf den Weg in die faszinierende ländliche Welt zu machen. Mit unseren schweren Rucksäcken fressen wir Kilometer und schaffen es langsam, uns von den Tentakeln der glänzenden und vielleicht vergeblichen Annehmlichkeiten der Stadt zu lösen.
Nach ein paar Tagen tauchen wir endlich ein in diesen zeitlosen Ort namens Natur. Wir sind überwältigt von seiner majestätischen und egalitären Gastfreundschaft und finden uns in einem mystischen Universum wieder, das keine Grenzen kennt und keinen Unterschied zwischen seinen Bewohnern macht, Bäume, Schafe oder Bauern.
Ein Hirte mit seinen Kühen wünscht uns einen guten Morgen und bringt ein wenig Licht in den dichten Nebel, der in den frühen Morgenstunden die Straße durchdringt, und eine unerwartete Tramppassage. Ein Mann lädt uns in sein militärisches Geländefahrzeug und zeigt uns das Beste dieses Tals : Von der magischen Aussicht vom höchsten Gipfel Serbiens bis zur Rakia, die als Mittel der geselligen Kommunikation genutzt wird, Vom Holzfällen im Wald bis hin zur Verkostung des gekochten Gehirns einer gerade verstorbenen Kuh.
Wie ein Hurrikan lässt uns dieses Tal seine spontane Gastfreundschaft genießen.
Ecco, Endlich haben wir die Heilige Ländlichkeit kennengelernt.
Wir folgen anderen Wegen und ein Radio mit voller Lautstärke lockt uns in die Nähe von etwas, das eher wie eine rudimentäre Werkstatt als wie ein Haus aussieht. Inmitten des süßen Treibens von Äpfeln und Werkzeugen spaziert ein kleiner Mann angenehm durch sein Königreich, Ein paar Nicken und ein Blick genügen, um uns wie Kinder willkommen zu heißen und von diesem außergewöhnlichen Mann als Woofer engagiert zu werden.
Augenlider, die die Augen vor der Kälte schützen, und sehnige Hände, die Geschichten von gepflückten Äpfeln und reparierten Radios erzählen. So viel Weisheit wie die in diesen Bergen verbrachte Zeit und eine ansteckende Unschuld in jeder Geste.
Ein Mann, Wladimir Aleksow, der von seinem kleinen Haus in einem kleinen Dorf aus Erde und Stroh aus das Reich des Friedens verkörpert.
Unberührte Orte und Menschen, die spontan als Träger dieser mittlerweile seltenen Kunst der Gastfreundschaft ausgewählt wurden.
Und es ist an der Zeit, in einem historischen Moment, in dem sie uns glauben machen, dass die Aufnahme dieser Flüchtlingsströme sowohl unmöglich als auch unerwünscht ist, Wir sollten diesen kostbaren Schatz mehr denn je nutzen.
Wollen ist Macht.
Herzliche Grüße Wladimir.
Gute Reise / Guter Weg
Skopje, 25 November 2015

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